Notdienst Berlin e.V.

Sucht und Alter

Verfasst am 23.01.2014

Sucht und Alter

120 Teilnehmer kamen am 20.Januar 2014 von 13.00-17.00 Uhr ins Rathaus Schöneberg, um sich mit dem Thema „Sucht im Alter“ zu befassen. Das war der erste Fachtag zu dem Thema im Bezirk. Schirmherrin der Veranstaltung war die Stadträtin für Gesundheit, Soziales und Stadtentwicklung, Frau Dr. Klotz, die auch mit einem Grußwort zugegen war.

Organisiert wurde die Veranstaltung durch die Träger FrauSuchtZukunft mit ihrer bezirklichen Suchtberatungsstelle FAM, dem VDK, der den landesseitigen Pflegestützpunkt im Bezirk betreibt, die Gerontropsychiatrischen Verbünde in Tempelhof und Schöneberg, die Suchtkoordinatorin des Bezirkes Frau Vahnenbruck, die Seniorenbeauftragte des Bezirkes Frau Ströhl sowie der Notdienst Berlin e.V. mit seiner Alkohol- und Medikamentenberatungstelle.

Ziel ist es, gemeinsame Angebote, pragmatische Ansätze und fachliche Standards für den Bezirk zu entwickeln.

 „Warum soll man denn dem alten Mann auch noch sein Bier oder seine Zigarette wegnehmen“?, solche und ähnliche Reaktionen hört man oft, wenn es um das Thema geht, auch bei Personen, die im Gesundheitsbereich oder in der Altenhilfe arbeiten. Übersehen wird dabei, dass es sich auch hier häufig  um manifesten Substanzmissbrauch oder auch um Abhängigkeit handelt. Auch ältere Menschen profitieren von einer Reduzierung ihres Suchtmittelkonsums oder von einer abstinenzorientierten Lebensweise in psychischer und physischer Hinsicht.

Bedingt durch die demografische Entwicklung tritt die Problematik „Substanzbedingte Störungen“ mittlerweile auch vermehrt in den höheren Altersgruppen auf. So gibt es in Deutschland  ca. 1,5 Mio Medikamentenabhängige, von ihnen sind zwei Drittel Frauen über 50 Jahre. 18 Prozent der Frauen und 34,4 Prozent der Männer zwischen 65 und 79 Jahren trinken Alkohol in einer riskanten Weise und 13,6 Prozent der Frauen und 20,6 Prozent der Männer rauchen auch noch mit 60 Jahren, mit über 70 Jahren noch 4,9 bzw. 10,1 Prozent. Nicht nur Angehörige sondern auch Fachkräfte der Sucht- und Altenhilfe wissen häufig nicht, adäquat zu reagieren, Rahmen und Kenntnisse für angemessene Interventionen fehlen.

Was wir uns wünschen: Sensibilität der Sucht- und Altenhilfe für die Problematik,  Entstehung tragfähiger Netze der Zusammenarbeit, Entstehung lokaler Kooperationen in Tempelhof-Schöneberg, Entwicklung gemeinsamer Fachstandards und kollegiale Unterstützung. 

 

Zurück zur Übersicht