Notdienst Berlin e.V.

Mit dem Latein am Ende - wenn das eigene Kind Drogen nimmt

Verfasst am 21.03.2012

Mit dem Latein am Ende - wenn das eigene Kind Drogen nimmt

Das Elterntraining in der Jugend- und Suchtberatung des Notdienst Berlin e.V., "LogIn", geht nun bereits in die zweite Runde. Nach einem erfolgreichen ersten Kurs startete im Februar ein neues Training für Eltern, deren Kinder Drogen nehmen.

An zehn Terminen erfahren die Eltern hier Wissenswertes zu Themen wie Konsumentwicklung sowie Wirkungsweisen von Drogen und können sich so besser mit ihrer eigenen Rolle auseinandersetzen.

Wird das Kind mit Drogen erwischt oder mit einem Alkoholrausch aufgegriffen, hat das Konsequenzen für die ganze Familie. Die Eltern sind nicht nur in Sorge, sondern oft ist auch ein gutes Stück an Vertrauen verloren gegangen. Fast zwangsläufig stellt sich die Frage, wie es weiter gehen soll. Verständnis oder Strafe? Kontrolle oder Vertrauen? Schweigen oder besser darüber reden? Und wenn schon reden, dann wie genau? Wo steht das Kind überhaupt: probiert es „nur“, ist der Konsum schon kritisch oder besteht gar eine Abhängigkeit?

Dies sind Fragen, die im Elterntraining aufgegriffen und behandelt werden. Neben der Vermittlung theoretischer Grundlagen ist das zentrale Thema die Gestaltung der Beziehung zu den betroffenen Jugendlichen. Dazu werden Kommunikationstechniken vorgestellt, die das Gespräch erleichtern sollen. Schwierige Situationen werden im Rollenspiel geübt, so dass die Eltern ihre eigene Haltung entwickeln können.

Der laufende Kurs wird von acht Eltern genutzt. In regen Gesprächen wird unter anderem diskutiert, welche Grenzen für welche Situation und für welche Familie sinnvoll sind, wie man es schafft in kritischen Lebenssituationen ruhig zu bleiben und auch für sich selber zu sorgen. Der Austausch mit Menschen, die eine ähnliche Situation erleben und die Probleme kennen, ist dabei natürlich von unschätzbarem Wert. Gleichzeitig besteht während der Kursdauer das Angebot für Einzelberatungen, die ebenfalls genutzt werden.

Der Bedarf an dem Elterntraining ist so groß, dass am 19. März parallel zum laufenden Kurs schon das nächste Training begonnen hat. Ziel ist es, zukünftig fortlaufend Trainings anbieten zu können, so dass betroffenen Eltern zeitnah geholfen werden kann. Unser Dank gilt dem DHW und der Heidehofstiftung für die finanzielle Unterstützung des derzeit leider zeitlich noch begrenzten Projektes.

Bei Interesse am kommenden Kursangebot oder dem Wunsch nach weiteren Informationen wenden Sie sich bitte an die Jugend- und Suchtberatungsstelle LogIn des Notdienst Berlin e.V..

 

Zurück zur Übersicht