Notdienst Berlin e.V.

Kiezspaziergang

Verfasst am 14.01.2014

Kiezspaziergang

Nach dem großen Erfolg vom letzten Mal, fand am 3. Dezember 2013 erneut ein Kiezspaziergang durch die Kurfürstenstraße und Umgebung statt. Eingeladen hatte Frau Lippert vom QM Schöneberger Norden. Mit dabei waren unter anderem Frau Demirbüken-Wegener (Staatssekretärin für Gesundheit), Dr. Sibyll Klotz (Bezirksstadträtin für Gesundheit, Soziales, Stadtentwicklung), Frau Drobick (Gleichstellungsbeauftragte des Bezirks Mitte) und Frau Bärwolff, die Leiterin des Gesundheitsamts.

Zunächst traf sich die Gruppe an der Bülowstraße, um über das Zusammenleben im Kiez, über die Sorgen der Anwohner und die Arbeit des Quartiersmanagements zu diskutieren. Auch der sogenannte Transenstrich wurde besucht. Weitere Themen des Spaziergangs waren die sozialen Träger, die sich im Kurfürstenstraßenkiez engagieren sowie die  Verkehrsführung und Kriminalität auf der Kurfürstenstraße.

Nach dem Spaziergang in der Kälte wurde die Gruppe im Frauentreff Olga mit Weihnachtsgebäck und Kinderpunsch empfangen. Die Geschäftsführerin des Notdienst Berlin e.V., Frau Israel-Reh, begrüßte die Gruppe und übergab das Wort an die Teamleiterin des Olga,  Frau Nürnberger und die bulgarische Sprachmittlerin, Frau Nikolova. Beide berichteten ausführlich über die Situation  vor Ort, wobei der  Fokus auf der schwierigen gesundheitlichen Versorgung sowie  der nicht weniger problematischen Wohnsituation der sich prostituierenden Frauen aus Osteuropa lag. Ergänzt wurde der Bericht durch die Krankenschwester des Olga, Frau Müller.  Sie machte die besonderen gesundheitlichen Probleme der Frauen sehr anschaulich deutlich und wies auf die strukturellen Probleme in der medizinischen Versorgung dieser Zielgruppe hin. Die Mitarbeiterinnen erläuterten den Besucherinnen, wie  das Olga-Team die Frauen  unterstützt. So konnten in den letzten Jahren viele Frauen mit Hilfe der Olga-Mitarbeiterinnen (gerade durch die Sprachmittlerinnen, die im Olga unschätzbare Übersetzungs- und Vermittlungsarbeit leisten) wieder in eine Krankenversicherung im Herkunftsland vermittelt werden. Darüber sind sie zumindest in medizinischen Notfällen auch in Deutschland krankenversichert. Allerdings ist auch dies nur ein erster Schritt hin zu einer Lösung, die den Frauen ein menschwürdiges Leben ermöglicht. Für weitergehende Maßnahmen ist die Politik gefragt.

Es entstand im Anschluss an die Berichte der Olga Mitarbeiterinnen eine lebhafte Diskussion. Die Besucherinnen stellten viele Fragen, die ihnen die anwesenden Fachfrauen gerne beantworteten.  Es war ein sehr gelungener und informativer Abend - wir freuen uns auf den nächsten Kiezspaziergang!

 

 

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