Notdienst Berlin e.V.

In trockenen Tüchern - Kinderschutzvereinbarung in Tempelhof-Schöneberg unterzeichnet

Verfasst am 21.03.2012

In trockenen Tüchern - Kinderschutzvereinbarung in Tempelhof-Schöneberg unterzeichnet

Im Bezirk Tempelhof-Schöneberg wurde am 26. Januar 2012 die „Kooperationsvereinbarung zum Schutz von Kindern suchtkranker Eltern vor der Gefährdung des Kindeswohls“ zwischen dem Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg und den bezirklichen Trägern der Suchthilfe unterzeichnet. Der Notdienst Berlin e.V. ist Partner dieser Vereinbarung und hat die Inhalte aktiv mitgestaltet.

Kinderschutz in suchtbelasteten Familien - und damit die Frage, ob abhängige Eltern das Kindeswohl gewährleisten können, gerät immer dann in den Fokus der Öffentlichkeit, wenn genau das nicht gelingt. Seit „dem Fall Kevin“ (Bremen 2006) bis jüngst zum Tod der 11-jährigen Chantal in Hamburg blicken wir auf eine Kette von Unglücksfällen, in denen Kinder zu Schaden kamen.

Der Notdienst Berlin e.V. hat eigene Standards zum Kinderschutz entwickelt und beteiligt sich aktiv an der Entstehung bezirklicher und stadtweiter Netzwerke zur bestmöglichen Zusammenarbeit im Sinne des Kinderschutzes. Neben der eingangs benannten Kooperationsvereinbarung in Tempelhof-Schöneberg existiert bereits eine  berlinweit geltende Rahmenvereinbarung zum Schutz von Kindern suchtkranker Eltern vor der Gefährdung des Kindeswohls. Weitere Kooperationsvereinbarungen bestehen auch in anderen Bezirken wie z.B. Mitte, Neukölln, Pankow oder Treptow-Köpenick. In Charlottenburg-Wilmersdorf wie auch in Friedrichshain-Kreuzberg werden diese derzeit noch entwickelt.

Ziel der Kooperationsvereinbarungen ist die verbindliche Gestaltung der Zusammenarbeit und Aufgabenwahrnehmung im Rahmen des Kinderschutzes in den Bezirken. Durch das Abstimmen von Vorgehensweisen, verbindlicher Festlegung von Informationswegen und –pflichten aber auch dem gegenseitigen Kennenlernen der Akteure aus Jugendamt, Trägern der Sucht- und Drogenhilfe stehen die Kooperationsverträge für eine transparente und verlässliche Zusammenarbeit zur Sicherung des Kindeswohls. Ob drogenabhängige schwangere Mutter, konsumierende Eltern oder suchtgefährdete Jugendliche - für all diese Konstellationen sind Prüf- und Verfahrensweisen zur frühzeitigen Erkennung und Abwendung von Gefährdungssituationen vereinbart, z.B. durch das Installieren zusätzlicher Hilfen.

Der Notdienst Berlin e.V. beantwortet die Frage, ob konsumierende abhängige Eltern ihre Kinder ausreichend versorgen können mit einem klaren Nein. Aus diesem Grunde prüfen wir jeden Einzelfall und beziehen das Jugendamt wie auch andere Institutionen regelhaft in Beratungs- und Betreuungsverläufe ein. Nur gemeinsam kann Kinderschutz gelingen. Unsere Erfahrungen zeigen uns, dass Zusammenarbeit und Transparenz die Erfolgsfaktoren beim Kinderschutz sind. Die Kooperationsvereinbarungen und deren Umsetzung in der Praxis ist dabei ein wichtiger Baustein. Zum Wohle der Kinder!

 

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