Notdienst Berlin e.V.

Frau Nolle gibt Beschäftigung

Verfasst am 19.03.2015

Frau Nolle gibt Beschäftigung

Ein Viertel der Menschen mit Suchtproblemen, die bei uns im Notdienst betreut werden, sind Frauen. Die überwiegende Mehrheit von ihnen erhält Leistungen nach SGB II. Doch bislang war und ist diese Zielgruppe in unserem Beschäftigungsprojekt die werkstatt stark unterrepräsentiert. Dieses Problem war uns natürlich schon länger bewusst  und so hat der Notdienst bereits 2013 einen Antrag auf eine Stelle aus dem Fraueninfrastrukturprogramm gestellt, um zukünftig speziell Frauen darin zu stärken, das Thema Arbeit / Beschäftigung / Tagesstruktur in einem höheren Maße anzunehmen. Der Antrag wurde ab dem 1. Januar 2014 für einen Zeitraum von vier Jahren bewilligt. Ziel ist die Wiedereingliederung der Frauen in Beschäftigungsmaßnahmen und/oder in den Arbeitsmarkt sowie ihre Stabilisierung am Arbeitsplatz. In der Nollendorfstrasse 38 hat das Projekt seit Januar 2015 seine neue Adresse.

Die Kern-Aufgaben im Fraueninfrastrukturprojekt beinhalten ein individuelles und umfassendes sozialpädagogisches Beratungs- und Begleitangebot. Dazu gehört auch eine individuell an das Bedürfnis jeder Frau angepasste Beratung (Case Management) zum Thema Arbeit / Beschäftigung / Tagesstruktur. Dafür kann es ebenso nötig sein, im Vorfeld zuerst an anderen Themen zu arbeiten, wie die Unterstützung/Begleitung bei behördlichen Angelegenheiten ( z. B. mit dem Jobcenter ), die Anbindung an eine Schuldnerberatung und Ähnliches. Ergänzend zur sozialarbeiterischen Beratung und Unterstützung durch die Fraueninfrastrukturstelle ist eine eigens auf die Bedürfnisse von Frauen ausgerichtete Beschäftigungs- und  Qualifizierungsmaßnahme notwendig.

Daher bieten wir an fünf Tagen in der Woche für jeweils fünf Stunden am Tag Beschäftigung und Qualifizierung im Bereich Hotel- und Gaststättengewerbe.  Die Frauen werden behutsam an Tätigkeiten herangeführt, die für eine zukünftige Beschäftigung im Hotel- und oder Gaststättengewerbe notwendig sind. Es erfolgt keine Ausbildung im herkömmlichen Sinne, sondern die Qualifizierung erfolgt niedrigschwellig und in kleinen Modulen, so dass ein Ein- oder Ausstieg während der Projektdauer zu jedem Zeitpunkt möglich ist.

Nach den ersten Kennenlern- und Schnuppertagen hat sich gezeigt, dass „Frau Nolle“ bei den betroffenen Frauen auf gute Resonanz stößt. Viele der Klientinnen aus unseren Einrichtungen haben bereits großes Interesse bekundet, regelmäßig zu kommen, je nach ihren Bedürfnissen und Fähigkeiten zwischen einem und fünf Tagen in der  Woche. Ein guter Schritt in die richtige Richtung.

 

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