Notdienst Berlin e.V.

Die eigenen vier Wände

Verfasst am 27.05.2013

Die eigenen vier Wände

Die Wohnsituation in unserer Stadt hat sich in den letzten Monaten sehr verändert. Dadurch wird es besonders für chronisch kranke Menschen immer schwieriger selbstständig in einer stabilen und vertrauten Umgebung zu leben. Die Vermittlung unserer Klienten in eine eigene Wohnung ist ein entscheidendes Ziel unseres Betreuten Wohnens für Substituierte.


Doch trotz schwieriger Rahmenbedingungen gibt es gerade in den zurückliegenden Wochen und Monaten immer wieder ermunternde Erfolge und Ergebnisse dieser anspruchsvollen Betreuungsarbeit des Notdienst Berlin e.V. Zwei Bespiele dafür sind Herr N. und Herr G.
Herr N. wurde im Oktober 2011 von der AID Neukölln an das Wohnangebot für Substituierte  in der Notdienst-Region Charlottenburg vermittelt, wo er in eine WG in einer schönen Altbauwohnung in der Nähe des Mierendorffplatzes einzog. Zuvor hatte der suchtkranke und substituierte 49-jährige Mann in sehr desolaten Wohnverhältnissen in einer vermüllten und schmutzigen Wohnung bei seiner Schwester gelebt, was nicht förderlich für seine Stabilisierung war. Im Laufe der Betreuung durch seine Sozialarbeiterin lernte er Eigenständigkeit, Verantwortung für sein eigenes Leben zu übernehmen, sich vom schwierigen familiären Einfluss abzugrenzen und vor allem Wohnfähigkeit. Wichtig dabei waren auch die positiven sozialen Erfahrungen im Zusammenleben mit seinem Mitbewohner, dem 58jährigen Herrn G., den er in der Notdienst-WG als Mitbewohner kennenlernte. Gerade weil bei Herrn N. während seiner Betreuung eine Krebserkrankung festgestellt wurde und sein WG-Mitbewohner durch ein kaputtes Bein gehandycapt ist, beschlossen beide vor einem Jahr, sich gemeinsam eine eigene Wohnung zu suchen, um sich auch in Zukunft unterstützen zu können. Dabei wurden sie tatkräftig von den engagierten Notdienst-Sozialarbeitern in Charlottenburg begleitet.

Unterdes waren beide Notdienst-Klienten in Charlottenburg heimisch geworden und wollten in ihrem vertrauten Kiez bleiben. Groß war die Freude, als sie nach einem Jahr des Suchens auf der gegenüberliegenden Straßenseite gemeinsam eine Wohnung anmieten konnten. Voraussetzung dafür war, dass sie beim Notdienst gelernt hatten ihre Miete pünktlich zu zahlen, keine Mietschulden zuzulassen und ohne „Beikonsum“ stabil zu leben. Den Umzug konnten sie dann bereits selbstständig und eigenverantwortlich mit Freunden und Bekannten organisieren.
Damit der Erfolg in der neuen gemeinsamen Charlottenburger Wohnung auch weiter anhält, findet eine weitere ambulante Betreuung von Herrn N. und Herrn G. durch die AID Neukölln statt.
Die aktuellen Beispiele zeigen, dass eine intensive Betreuung auch von schwierigen Klienten, immer wieder möglich ist…

                                                       

 

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