Notdienst Berlin e.V.

Charlottenburger WorkIn

Verfasst am 18.09.2013

Charlottenburger WorkIn

Bereits seit 2007 arbeitet unsere  Aktivierungshilfe  „WorkIn“ in der Region Charlottenburg. In unmittelbarer Nähe zum Jobcenter gelegen, helfen wir jungen Menschen, die sich in einer schwierigen Situation in Bezug auf Ausbildung/Beschäftigung/Tagesstruktur befinden. Neben  Sucht und Konsum haben unsere Klienten häufig  andere Problematiken, oft so schwerwiegend, dass viele von ihnen seit Jahren in der Dauerarbeitslosigkeit verharren.

Für  die Fallmanager des Jobcenters sind sie in der Regel nicht vermittelbar, sogar mit Worten kaum erreichbar. Unser Angebot ist für viele daher die letzte Chance.
So werden neben der „typischen“ Zielgruppe (auffälliger Drogen- und Alkoholkonsum sowie soziale Defizite) derzeit  drei Teilnehmer mit sogenannten Doppeldiagnosen (Suchtmittel- und psychische Erkrankung/Störung) betreut. Trotz aller Schwierigkeiten:  Unser Team konnte auch im vergangenen Jahr wieder gute Erfolge erreichen. Stellvertretend hier drei Beispiele:

Ein junger Mann, Anfang 20, der mit seiner Mutter als Kind aus einem afrikanischen Krisengebiet nach Berlin kam, konnte vor kurzem  in eine Kantine der Technischen Universität vermittelt werden. Zielführend war dabei die gute Kooperation mit dem Arbeitgeberservice des Jobcenters. Konsumabstinenz und Vollzeitjob hatten noch einen weiteren Nebeneffekt - die drohende Abschiebung in das für ihn unterdessen unbekannte afrikanische Land konnte verhindert werden.
Ein weiterer Klient  wurde in eine Ausbildung zum Koch vermittelt, ein dritter Teilnehmer befindet sich im Bewerbungsverfahren für die Fortführung seiner abgebrochenen Ausbildung zum Anlagemechaniker für Sanitär, Heizung und Klimatechnik.

Durch regelmäßige Berichte ehemaliger Teilnehmer des WorkIn lassen sich Lebens- und Berufswege erfreulicherweise über einen langen Zeitraum verfolgen – hier eine Bilanz: ein Teilnehmer hat erfolgreich das 1. Lehrjahr abgeschlossen und zwei Ehemalige beginnen im September eine Ausbildung.

Die Stabilisierung und der Erwerb von sozialen Kompetenzen in Verbindung mit einer Drogenberatung durch das LogIn ist oft der Beginn eines neuen Lebenswegs. Welche gute Alternative zu  Drogen- und Alkoholkonsum, oft verbunden mit  Kriminalität und Haftstrafen. Um so erfreulicher ist es, dass die Aktivierungshilfe von der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg bereits für ein weiteres Jahr bis Herbst 2014 verlängert wurde.

Alles in allem kann das WorkIn auf ein weiteres erfolgreiches Jahr  seiner  Arbeit zurückschauen und macht bereits mit allen Kooperationspartnern, vor allem dem Jobcenter Charlottenburg, neue Pläne für die Zukunft.

 

 

 

 

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