Notdienst Berlin e.V.

Auf Rezept

Verfasst am 27.05.2013

Auf Rezept

Nachdem es viele Jahre trotz vielfältiger und intensiver Bemühungen aussichtlos schien, wird nun auch in der Hauptstadt in wenigen Wochen eine Heroinambulanz ihre Arbeit aufnehmen. Die dort behandelten Patienten werden verbindlich eine psychosoziale Betreuung (PSB) nach dem üblichen Berliner Modell in Anspruch nehmen.

Was diesen Part betrifft, wird es vereinsintern und -extern nicht wenige überrascht haben, dass der Notdienst sich nun doch nicht am praktischen Betrieb dieser Ambulanz beteiligen wird. Lange schien klar, dass unser Verein die PSB in Kooperation mit vista sicherstellt.

Nun sind beim Notdienst-Vorstand die Würfel gefallen: vista übernimmt die PSB vor Ort allein. Für Dr. Peschel, den aus Hannover kommenden Psychiater, und sein Team wie auch für die vista-Kollegen, macht es die  zukünftige  Aufgabe letztlich leichter. Gerade angesichts einer psychiatrisch besonders belasteten Klientel ist größtmögliche Klarheit des Settings nicht nur vorteilhaft, sondern Grundbedingung. Der Notdienst und vista haben schon viel kooperiert und werden dies auf jeden Fall weiter und noch enger tun. Aber unter einem Dach, sich gegenseitig vertretend, „über Kreuz“ dokumentierend… das gab es aber bislang noch nie und nirgends. Auch regional ist vista näher dran am Reinickendorfer Standort der Heroinambulanz. Und mit dem Konsumraumbetrieb in der Birkenstraße gibt es sich ja womöglich auch ein wichtiges Rekrutierungssetting.  Der Notdienst wird seinen Schwerpunkt weiter in der „Normalsubstitution“ haben, auch da – ohne den anderen „Stoff“ – bleibt noch jede Menge Spielraum nach oben, was Differenzierung und Qualifizierung von Behandlung und Betreuung betrifft. 

 

 

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